Shih-Tzu

Man könnte sagen, dass der Shih-Tzu eine kleine Diva unter den Hunderassen ist. Der Vierbeiner liebt die Aufmerksamkeit und fühlt sich wohl, wenn Sie ihn rund um pflegen und gut versorgen. In diesem Hunderassen Portrait geben wir Tipps für eine konsequente Erziehung und verraten Ihnen, warum Sie gerade das Fell um die Augen regelmäßig  trimmen sollten.

Steckbrief Shih-Tzu

  • Rasse: Shih-Tzu
  • Herkunft: Tibet; Zuchtbuch von Großbritannien geführt
  • Gewicht: 4,5 bis 8 kg
  • Größe: 20 bis 28 cm
  • Alter: bis 18 Jahre (aus gesunder Zucht)
  • Charakter: freundlich, lebhaft, aktiv, verspielt, anhänglich
  • Fell und Farbe: langes Deckhaar mit Unterwolle; gemäß Rassestandards sind viele Farben erlaubt
  • Pflege: aufwendig
  • Bewegungsdrang: sehr ausgeprägt
  • Besonderheiten: Krankheiten können zuchtabhängig auftreten; Tendenzen zur Qualzucht, wenn nur das Aussehen beachtet wird

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Der Shih-Tzu hat vielfach den Ruf ein Modehund zu sein. Doch seine „Karriere“ begann nicht als solcher. Seine Ursprünge lassen sich auf mehr als 2.000 Jahre zurückverfolgen und zwar in die Klöster des tibetischen Hochlandes. Der Vorfahre des Shih-Tzu war der Apsos; Shih-Tzu wiederum bedeutet nichts anderes als „der Hund aus Tibet“.

Apsos wurden als Wachhund in den Klöstern gehalten, um Zelte und Hof zu bewachen, sich um Ungeziefer zu kümmern sowie Herden zu hüten. Aus dem größeren Apsos züchtete man den Tibet Terrier, der einen kleineren Apsos darstellt und den man dann als Shih-Tzu bezeichnete. Bereits damals erfreuten sich die kleinen Hunde einer großen Beliebtheit und wurden zu einem begehrten Geschenk unter Fürsten und am chinesischen Kaiserhof – in etwa so wie der Mops.

Nach Europa kam der Shih-Tzu schließlich um 1912 mit den Briten, wo er in den 1930er Jahren zum Rassehund wurde. Seine Anerkennung durch den FCI erfolgte 1957. Inzwischen erfreut er sich auch in Deutschland einer großen Beliebtheit.

Aussehen

Zu den Markenzeichen des Shih-Tzu, der ein wenig wie ein Löwenhund aussieht, zählen unter anderem seine sehr kurze Schnauze und die wachsamen Knopfaugen. Mit einer Widerristhöhe von bis zu 27cm ist er ein Zwerg auf vier Beinen – allerdings bringt er dabei beachtliche 4,5 bis 8kg auf die Waage. Am auffälligsten ist aber das lange Fell, das von einer dichten Unterwolle unterfüttert ist.

Tatsächlich ist das Haarkleid der Herkunft des kleinen Hundes geschuldet bzw. den Wetterbedingungen im Himalaya. Vor allem im Winter ist es besonders dicht, was während des Fellwechsels einen stärkeren Haarverlust bedeuten kann.

Laut FCI-Standard sind viele Farben erlaubt, es gibt hier keine festen Vorgaben. Im Gegensatz dazu gibt es äußerliche Merkmale, die ein Shih-Tzu erfüllen muss, um die Rassestandards einzuhalten.

Dazu zählen unter anderem:

  • Das Fell muss glatt sein, es darf maximal leicht gewellt sein, aber nicht lockig
  • Die Unterwolle muss vorhanden sein, darf aber nicht zu üppig ausfallen
  • Die Rute muss hoch angesetzt und über den Rücken eingedreht sein
  • Die Ohren müssen herunterhängen und dürfen nicht aufrecht stehen


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Charakter

Der Shih-Tzu ist nicht nur äußerst intelligent, klug und lernfähig, sondern auch sehr eigensinnig. Tatsächlich liebt der Hund Aufmerksamkeit und davon viel. Zudem hat er es faustdick hinter den Ohren. Er ein sehr freundlicher, fröhlicher, anhänglicher und verspielter Hund, der sehr an seinen Menschen hängt und zu diesen eine enge Beziehung aufbaut.

Da er sich auch gut mit Kindern versteht, ist er nicht nur ein perfekter Begleit-, sondern auch ein idealer Familienhund. Obwohl er sportliche Aktivitäten liebt und diese auch braucht, ist er kein überaktiver Hund und ist somit auch geeignet für ältere Menschen, die nicht mehr ganz so gut zu Fuß sind.

Lebenserwartung

Ist der Shih-Tzu nicht überzüchtet, kann er ein stolzes Alter von 18 Jahren erreichen – handelt es sich dagegen um eine Überzüchtung schrumpft diese Lebenserwartung dramatisch auf 10 Jahre.

Damit der Shih-Tzu ein langes, gesundes und glückliches Hundeleben führen kann, sollte jeder Halter die folgenden Faktoren beachten, die einen positiven Einfluss auf die Lebenserwartung haben:

Ernährung

Das Futter sollte hochwertig sein und alle wichtigen Nähr- und Mineralstoffe enthalten, die der Shih-Tzu für ein optimales Wachstum und seine Gesundheit benötigt. Zudem muss die Futtermenge immer dem Bewegungsdrang des Hundes angepasst werden.

Bewegung

Der Shih-Tzu ist ein quirliger Hund, der es liebt, sich zu bewegen. Die Beschäftigungen sollten jedoch artgerecht gestaltet sein, da sich diese Rasse nicht für Hundesportarten begeistern kann und sich dafür auch nicht eignet.

Geistige Forderung

Der Shih-Tzu ist nicht nur eigensinnig, sondern auch sehr intelligent. Spiele, die seine Intelligenz fördern und bei denen er den Sinn „hinterfragen“ kann, gehören für ihn zu einem abwechslungsreichen Hundealltag.

Gewicht

Shih-Tzus neigen zu Übergewicht. Da dieses sich negativ auf den Organismus und damit die Gesundheit auswirken kann, sollte man das Gewicht immer im Auge behalten.

Stressreduktion

Nicht nur Frohnaturen schätzen ein Leben ohne Stress – auch den Halter wird es freuen, wenn dieser reduziert wird oder gar nicht auftritt. Ein stressfreies Leben ist gut für jeden Vierbeiner – und dessen Immunsystem und Gesundheit.

 

Ernährung

Der Shih-Tzu ist bezüglich der Ernährung generell ein einfacher Hund. Allerdings gibt es hier den ein oder anderen Vertreter, der ein wenig mäkelig sein kann. Unabhängig davon, eignen sich für diese Rasse sowohl Trocken- als auch Nassfutter. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass es sich um hochwertige und getreidefreie Kost handelt, um Stoffwechselprobleme und Nahrungsunverträglichkeiten zu vermeiden.

Zudem muss auf den Bewegungsdrang des Shih-Tzu eingegangen werden. Hier gilt: Je mehr sich der Hund bewegt, desto höher der Energieverbrauch und desto höher darf die tägliche Futtermenge ausfallen – und umgekehrt. Ferner muss darauf geachtet werden, dass das Futter alle wichtigen Nährstoffe enthält – dazu zählen unter anderem Omega-3-Fettsäuren und Enzyme.


Gut zu wissen:

Gerade bei Shih-Tzu-Welpen sollte darauf geachtet werden, wie viel sie pro Tag zu fressen bekommen. Denn: Die Kleinen neigen nicht dazu, schnell Fett anzusetzen, sondern schnellen dagegen in die Höhe. Bei zu viel Futter kann es dazu kommen, dass das Zusammenspiel zwischen Knochen und Muskeln durcheinandergerät, was sich negativ auf das Skelett-Wachstum auswirken kann.

Haltung & Platzbedarf

Ein Shih-Tzu kann aufgrund seiner kleinen Größe in Wohnungen und in Großstädten gehalten werden. Er eignet demnach auch für eine Haltung in der Stadt. Dennoch benötigt der quirlige Kerl seinen täglichen Auslauf, inklusive geistiger und körperlicher Forderung.

Harmonie

Der Vierbeiner ist zwar ein kleines Energiebündel, kann dagegen aber auch ruhig und verschmust sein. Harmonie ist für diesen kleinen Hund sehr wichtig – und das im Zusammenleben mit seinen Haltern bzw. Bezugspersonen ebenso, wie mit Kindern und anderen Haustieren. Diesbezüglich ist der Shih-Tzu sehr pflegeleicht und kommt mit den meisten anderen Tieren gut aus.

Zeitaufwand

Der Shih-Tzu ist ein Hund, der die Aufmerksamkeit schätzt und sucht. Demnach beansprucht er auch eine gewisse Zeit. Als aktiver Hund möchte er sich gerne und viel bewegen und braucht seine täglichen Spaziergänge. Trotz seines Selbstbewusstseins und Eigensinns eignet er sich dennoch nicht für konventionelle Hundesportarten oder konditionelle, sportliche Aufgaben.

Erziehung

Shih-Tzus können sehr sture und eigensinnige Hunde sein. Die Erziehung kann sich demnach etwas schwieriger bzw. anspruchsvoller gestalten. Hinzu kommt eine sehr verspielte Natur, die es herausfordernd machen kann, diese Rasse zu erziehen. Der Grund: Der Shih-Tzu nimmt diesen Teil seiner Sozialisierung nicht immer ernst genug – hier sind neben Konsequenz vor allem Beharrlichkeit und Geduld gefragt.

Auch in puncto Stubenreinheit kann der kleine Hund seinen Halter vor die ein oder andere Geduldsprobe stellen, da diese nicht so schnell erfolgt, wie es bei den meisten anderen Rassen der Fall ist.

Da auch kleine Hunde an die Leine sollten, gehört zur Erziehung ebenfalls die Gewöhnung an die Leine bzw. Leinenführigkeit.


Gut zu wissen:

Der Shih-Tzu hat eine etwas gewöhnungsbedürftige Angewohnheit: Er frisst gerne Kot. Diese „Ernährungsmarotte“ sollte bereits im Welpenalter abgestellt werden.

Pflege

Der Shih-Tzu benötigt aufgrund seines Haarkleides sehr viel Fellpflege und diese regelmäßig ein- bis zweimal die Woche. Dennoch reicht es in der Regel, sein Fell auszubürsten oder auszukämmen, um Verfilzungen vorzubeugen bzw. diese zu entfernen und somit zu gewährleisten, dass das Fell knotenfrei ist und bleibt. Vor allem das Fell um die Augen, die sogenannte Chrysantheme, sollten Sie regelmäßig kontrollieren, damit diese die empfindlichen Augen des Hundes nicht reizen und eventuell zu Entzündungen führen.

Sollte es im Sommer zu heiß werden, kann es Sinn ergeben, das Fell des Shih-Tzu zu trimmen. Zusätzlich sollten auch beim Shih-Tzu regelmäßig die Ohren und die Schnauze kontrolliert werden, um mögliche Infektionen und daraus resultierende Krankheiten vorzubeugen.

Gesundheit

Leider gibt es auch bei dieser Rasse sogenannte Qualzuchten. Wie immer soll hier ein Schönheitsmerkmal besonders in den Vordergrund gerückt werden und wie beim Mops ist das beim Shih-Tzu unter anderem die Schnauze: Je kürzer, desto hübscher – so zumindest gemäß einiger Züchter, die im Shih-Tzu einen Modehund sehen.

Das heißt aber auch, dass diese Shih-Tzus unter Atemschwierigkeiten leiden. Dadurch kann das Herz angegriffen werden, da nicht genug Sauerstoff aufgenommen wird. Sie zählen damit bedauerlicherweise zu den Hunden, die unter Brachykephalie leiden.

Doch auch das Fell ist von diesen Überzüchtungen betroffen. Hier gilt: Je länger, desto besser. Doch das hat zur Folge, dass der Shih-Tzu gewissermaßen unter der Last seines Haarkleides zusammenbricht. Zudem beeinträchtigt ihn dieses in seiner Bewegungsfreiheit und auch die Sicht ist stark eingeschränkt. Die Folge können Entzündungen der Augen sein, da das Fell die empfindliche Oberfläche permanent reizt.

Zudem führt das Haarkleid zu Hautirritationen und bringt die natürliche Wärmeregulierung des Hundekörpers komplett durcheinander. Im schlimmsten Fall kann dies bei Hitze und Anstrengung zu einer lebensbedrohlichen Überhitzung führen. Die kurze Schnauze begünstigt diesen Umstand zusätzlich. Bei der Nase muss darauf geachtet werden, dass diese dem eigentlichen Zuchtstandard genügt und mindestens 2,5 cm lang ist und große Nasenlöcher hat.

Zu den weiteren Krankheiten, unter denen ein überzüchteter Shih-Tzu leiden kann, zählen:

  • Herzerkrankungen
  • Hüftgelenk-Dysplasie
  • Herausspringen der Kniescheibe/Patellaluxation

 Kostenpunkt

Shih-Tzus sollten immer von einem seriösen Züchter erworben werden, denn seit mehreren Jahren wird bei der Zucht dieser Rasse vieles falsch gemacht. Ähnlich wie beim Mops, wird hier ein größerer Wert auf optische Merkmale gelegt, womit die Gesundheit des Tieres in den Hintergrund rückt.

Überzüchtungen und Krankheiten sind die Folge – und auch, wenn diese Hunde vielleicht weniger in der Anschaffung kosten, werden sie nicht nur ihr Leben lang leiden, sondern auch entsprechend Tierarztkosten verursachen. Also: Finger weg von überzüchteten Shih-Tzus!

Wer sich dagegen für einen Shih-Tzu aus einer seriösen Zucht entscheidet, kann mit Kosten zwischen 1.000 und 1.500 Euro rechnen. Hinzu kommen selbstverständlich die Kosten für die Erstausstattung, also Futternäpfe, Futter, Hundebett, Spielzeug, Transportbox, Leine etc.

Ebenfalls sollte nicht vergessen werden, dass zu den laufenden Kosten auch diese zählen:

  • Hundesteuer
  • Hundeversicherung
  • Hundehaftpflichtversicherung

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Bevor Sie einen Shih-Tzu kaufen, sollten Sie sich überlegen, ob Sie auch die Verantwortung für den kleinen Vierbeiner übernehmen können. Zudem müssen die Gründe hinterfragt werden, warum der Hund überhaupt einziehen soll. Ist es, weil man sich alleine und einsam fühlt? Möchten die Kinder unbedingt einen kleinen Fellball, mit dem sie spielen können?

Gerade hier muss sehr lange und gut überlegt werden, ob der Shih-Tzu tatsächlich einziehen sollte. Denn: Die Verantwortung wird bei den Erwachsenen bleiben – dennoch bietet dies gleichzeitig die Chance, Kinder an ein Tier und die damit verbundene Verantwortung heranzuführen.

Zusätzlich muss sich der zukünftige Halter mit dem zeitlichen und finanziellen Aufwand auseinandersetzen. Ein Shih-Tzu ist zwar eine Frohnatur, benötigt aber ausreichend Beschäftigung, Zeit und Aufmerksamkeit, um auch weiterhin fröhlich zu bleiben. Auch sollte man sich mit dem finanziellen Aspekt befassen. Schließlich können sich die Kosten für die Haltung eines Shih-Tzu jährlich auf mehrere hundert Euro belaufen.

Wer sich sicher ist, dass er bereit und in der Lage ist, einen Shih-Tzu zu einem Teil seiner Familie zu machen, wird mit diesem Hund definitiv sehr viele Jahre sehr viel Freude haben.

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