Dichtes Lockenfell, ein kräftiger Körper und ein freundliches Wesen machen die Selkirk Rex Katze unverwechselbar. Die aktive, aufmerksame Katze beschäftigt sich zeitweise selbst, begrüßt ihre Menschen aber umso lieber. Ihr Fell braucht regelmäßige, behutsame Pflege und bei einigen Tieren gelegentlich ein Bad.
Steckbrief Selkirk Rex
| Rasse | Selkirk Rex |
| Herkunft | USA, Bundesstaat Montana |
| Gewicht | Katze: 4 bis 6 kg, Kater: 5 bis 7 kg |
| Größe | mittelgroß |
| Alter | 15 Jahre und älter |
| Charakter | neugierig, intelligent, verspielt, aufmerksam, liebevoll |
| Fell und Farbe | weiches und dickes Fell, alle Fellfarben anerkannt |
| Pflege | mittel |
| Bewegungsdrang | mittel |
| Besonderheiten | größte Rex-Katze, gelocktes Fell, gutmütig im Umgang mit Kindern |
Herkunft
Die Geschichte begann 1987 im Tierheim „For Pet’s Sake“ in Sheridan, Montana. In einem Wurf von sechs Hauskatzen fiel ein blaucremefarbenes Kitten durch weiches gelocktes Fell und gekräuselte Schnurrhaare auf.
Tierheimmitarbeiterin Peggy Vorrhees brachte das ungewöhnliche Kitten zu Jeri Newman, die in Livingston Perserkatzen züchtete. Die Katze erhielt den Namen Miss Depesto of Noface und wurde kurz „Pest“ gerufen.
Mit 14 Monaten wurde Pest mit dem schwarzen Perserkater Ch. Photo Finish of Deckay verpaart. Drei von sechs Kitten trugen Locken. Der kräftige Kater Oskar Kowalski wurde später zu einem wichtigen Stammvater der Rasse.
Die Zucht der lockigen Katzen entwickelte sich langsam. Einige Verbände erlauben weiterhin Einkreuzungen von Persern oder Britisch Kurzhaar. Das Lockengen wird autosomal-dominant vererbt: Auch mischerbige Tiere können gelockt sein, geben das Merkmal aber nicht an jedes Kitten weiter. Bei reinerbigen Trägern ist dagegen der gesamte Nachwuchs gelockt.
In den USA wurde die Selkirk Rex schnell beliebter. CFA und TICA erkannten die auch „Schafskatze“ genannte Rasse 1994 an. In Europa blieb sie seltener; die FIFé folgte erst 2017.
Namensgeschichte: Jeri Newman durfte die Rasse nicht „American Rex“ nennen. „Selkirk“ geht nicht auf die kanadischen Selkirk Mountains zurück, sondern war der Vorname ihres Stiefvaters. „Rex“ verweist auf die besondere Fellstruktur.

Aussehen
Das strubbelige Lockenfell und der stämmige Körper sind die wichtigsten Erkennungsmerkmale. Anders als viele sehr schlanke Rex-Rassen wirkt die Selkirk Rex kräftig und muskulös.
Ihr Kopf ist rundlich, die mittelgroßen Ohren sitzen auf einem breiten Ansatz. Kurze gekräuselte Tasthaare ergänzen das typische Gesicht. Die Augen können grün, goldfarben oder gelb erscheinen.
Das weiche, dichte Fell bildet unregelmäßige Locken, die etwas vom Körper abstehen. Es gibt kurz- und langhaarige Varianten. Am stärksten lockt sich das Haarkleid häufig an Nacken, Bauch und Schwanz; alle Fellfarben sind zugelassen.
Charakter
Trotz ihres teddybärartigen Aussehens ist die Selkirk Rex keine reine Schoßkatze. Sie gilt als freundlich, menschenbezogen und verspielt. Wegen ihrer Anhänglichkeit wird sie gelegentlich als „Hundskatze“ bezeichnet und fordert Streicheleinheiten deutlich ein.
Viele Tiere folgen ihrer Bezugsperson gern durch die Wohnung. Mit respektvollen Kindern und passenden Artgenossen kommen sie meist gut zurecht. Bei Wohnungshaltung sollte die soziale Selkirk Rex nicht dauerhaft allein bleiben; ein Geschwistertier oder ähnlich verträglicher Partner ist oft ideal.
Ihr verspieltes Wesen sorgt im Alltag für Unterhaltung, ohne dass die Rasse ständig laut sein muss. Gemeinsame Spiel- und Ruhephasen gehören dennoch fest in den Tagesablauf.
Lebenserwartung
Bis Körper und Fell dem erwachsenen Erscheinungsbild entsprechen, kann etwa ein Jahr vergehen. Locken sind bereits bei Kitten zu erkennen, verändern sich während der Entwicklung aber noch.
Gesunde Selkirk Rex können laut Ausgangstext 15 Jahre und älter werden. Ausgewogene Ernährung, regelmäßige Beschäftigung und mindestens jährliche Vorsorgeuntersuchungen unterstützen ein langes, gesundes Leben.

Ernährung
Als Fleischfresser braucht die Selkirk Rex ein bedarfsgerechtes Futter mit hochwertigen tierischen Bestandteilen. Prüfe die Deklaration genau, denn manche Nassfutter enthalten unerwünschte Zusätze:
- Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (es sind Krallen, Fell, Schnäbel oder Hufe enthalten)
- enthält Zucker (Akzeptanz wird häufig verbessert, gleichzeitig steigt das Diabetes-Risiko)
- enthält Getreide (Katzen können Getreide schlecht verwerten und benötigen nur sehr kleine Mengen)
Der Ausgangstext empfiehlt für Nassfutter einen Fleischanteil von 60 bis 80 Prozent. Bei Trockenfutter ist die Energiedichte höher, weshalb die Portionen kleiner ausfallen.
Gut zu wissen: Nassfutter besteht zu einem großen Teil aus Wasser. Bei überwiegender Trockenfütterung muss die Katze entsprechend mehr trinken, um ausreichend Flüssigkeit aufzunehmen.
Nährstoffmängel können sich unter anderem in stumpfem, knotigem oder verfilztem Fell zeigen. Außerdem neigt die Selkirk Rex laut Ausgangstext zu Übergewicht. Futtermenge und Körperzustand sollten deshalb regelmäßig kontrolliert werden.
Besprich Unsicherheiten zur Ernährung mit einem Tierarzt. Das gilt besonders für Barfen, bei dem rohe tierische Bestandteile bedarfsgerecht zu einer vollständigen Ration zusammengestellt werden müssen.
Haltung & Platzbedarf
Die Selkirk Rex passt sich meist gut an den Alltag ihrer Menschen an, bleibt als soziale Katze aber ungern lange allein. Bei passender Katzengesellschaft ist Wohnungshaltung gut möglich.
Manche Züchter geben Kitten deshalb nicht in Einzelhaltung ab. Ein Geschwisterpaar erleichtert häufig die Eingewöhnung; auch mit einer bereits vorhandenen verträglichen Katze kann die Zusammenführung gelingen.
Ausreichend Abwechslung und menschliche Nähe machen ungesicherten Freigang nicht zwingend nötig. Ein katzensicherer Balkon ist dennoch ein attraktiver Rückzugsort. Spaziergänge an Geschirr und Leine sollten früh, langsam und ohne Druck aufgebaut werden.
Harmonie
Ein harmonisches Zusammenleben entsteht durch ein katzengerechtes Zuhause und verlässliche Gesellschaft. Du musst nicht ständig verfügbar sein, solltest aber für Zeiten außer Haus eine passende Lösung einplanen.
Mit Kindern kommt die Selkirk Rex meist zurecht, wenn diese ihre Grenzen respektieren. Rückzugsplätze sind wichtig, denn trotz ihrer Spielfreude mag die Rasse eine eher ruhige Umgebung.
Zeitaufwand
Die anhängliche Katze braucht täglich Aufmerksamkeit. In Familien findet sich oft leichter jemand zum Spielen und Streicheln, doch auch in kleineren Haushalten fühlt sie sich wohl, wenn gemeinsame Zeit fest eingeplant ist.
Erziehung
Als intelligente und neugierige Katze lernt die Selkirk Rex viele Alltagsregeln schnell. Bedingungslosen Gehorsam solltest du dennoch nicht erwarten – auch eine sogenannte Hundskatze behält ihre Eigenständigkeit.
Ruhige Konsequenz und positive Verstärkung führen meist am weitesten. Belohne gewünschtes Verhalten unmittelbar, damit die Katze erkennt, welche Alternative sich für sie lohnt.
Pflege
Trotz des auffälligen Fells bleibt der Pflegeaufwand überschaubar. Auch die Langhaarvariante braucht meist nur gelegentliches Bürsten. Nimm dir ungefähr einmal pro Woche Zeit und nutze eine geeignete Bürste für Katzen.
Wichtig: Das endgültige Lockenfell zeigt sich bei manchen Tieren erst im Erwachsenenalter. Kitten können zwischenzeitlich sogar Fell verlieren.
Bürste nicht häufiger oder kräftiger als nötig, weil die Locken dadurch glatter wirken können.
Kontrolliere zusätzlich die Ohren. Dichte Behaarung und vermehrter Ohrenschmalz können Verschmutzungen begünstigen. Bei Rötung, Geruch oder anderen Auffälligkeiten ist eine frühe tierärztliche Abklärung sinnvoll.
Bei manchen Selkirk Rex produziert die Haut mehr Fett. Dann kann gelegentliches Baden nötig sein.
Gesundheit
Die Rasse gilt bei verantwortungsvoller Zucht als robust. Frage nach einem PKD-Test, denn die polyzystische Nierenerkrankung tritt bei Persern und Britisch Kurzhaar häufiger auf und kann durch frühere Einkreuzungen auch die Selkirk Rex betreffen. Weitere Erbkrankheiten nennt der Ausgangstext nicht.
Gelegentlich wird die Selkirk Rex als allergikerfreundlich beschrieben. Einzelne Menschen berichten zwar von schwächeren Reaktionen, verlässlich hypoallergen ist die Rasse deshalb jedoch nicht.
Züchter
In Deutschland gibt es bislang nur wenige Zuchten. Kleine, transparent arbeitende Hobbyzuchten können eine Anlaufstelle sein; eine einheitliche Organisation unter einem deutschen Dachverband besteht laut Ausgangstext nicht.
An diesen Merkmalen erkennst du eine seriöse Rassekatzenzucht:
- Kitten können besucht werden
- Elterntiere lassen sich besichtigen
- Kitten werden nicht unter zwölf Wochen abgegeben
- Kitten sind bei der Abgabe geimpft und entwurmt
- Züchter gewähren Einblicke in den Stammbaum
- Züchter gewähren Einblicke in die Haltungsbedingungen
Kostenpunkt
Neben Freude bringt eine Katze laufende Verantwortung und Kosten mit sich. Für eine Selkirk Rex aus seriöser Zucht nennt der Ausgangstext etwa 800 bis 1.000 Euro. Hinzu kommt die Erstausstattung.
Auch die monatlichen Futterkosten sind einzuplanen. Im Ausgangstext werden für ein Kitten etwa 30 Euro und für eine erwachsene Katze mindestens 50 Euro angesetzt.
Regelmäßige Vorsorge verursacht weitere Kosten. Für Untersuchung, Impfung und Entwurmung nennt der Ausgangstext ungefähr 100 Euro pro Jahr.
Halte außerdem eine Reserve für unerwartete Behandlungen oder Operationen bereit.
Passt eine Selkirk Rex zu dir?
Die Selkirk Rex eignet sich für Singles ebenso wie für Familien, wenn sie ausreichend Nähe und Beschäftigung erhält. Langes Alleinsein bekommt der sozialen Lockenkatze nicht; eine passende Zweitkatze kann den Alltag deutlich erleichtern.
Mit täglichen Spielphasen, ruhigen Kuschelmomenten und einem sicheren Zuhause zeigt sich die Selkirk Rex meist freundlich und ausgeglichen.













































































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