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Devon Rex: Charakter, Haltung und Gesundheit

Devon Rex: Charakter, Haltung und Gesundheit

Die Devon Rex ist eine britische Katzenrasse mit gewelltem Fell, großen Ohren und einem unverwechselbaren Gesicht. Hinter der auffälligen Erscheinung steckt meist eine aktive, sehr anhängliche und intelligente Persönlichkeit.

Ihre Haltung erfordert viel gemeinsame Zeit und einen genauen Blick auf Wärme, Fellstruktur und mögliche erbliche Risiken. Dieses Rassenprofil erklärt, was eine Devon-Rex-Katze im Alltag braucht.

Devon Rex im Steckbrief

Rasse Devon Rex
Herkunft England, Grafschaft Devon
Gewicht Katze: 2,5 bis 3 kg, Kater: 3 bis 4,5 kg
Größe mittelgroß, Kopf-Rumpf-Länge etwa 50 cm
Alter 15 Jahre und älter
Charakter lebhaft, verspielt, neugierig, kontaktfreudig, eigenwillig, sensibel
Fell und Farbe dichtes, welliges Fell, alle Farben anerkannt
Pflege gering
Bewegungsdrang sehr aktiv
Besonderheiten durch Genmutation entstanden, sehr gesprächig, kann gut springen

Herkunft und Geschichte

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden in den englischen Grafschaften Cornwall und Devon Katzen mit natürlichem Lockenfell entdeckt. Obwohl Cornish Rex und Devon Rex ähnlich aussehen, beruhen ihre Fellstrukturen auf unterschiedlichen Genveränderungen.

1960 lebte nahe Buckfastleigh in Devon ein scheuer Kater mit gelocktem Fell. Er ließ sich nicht einfangen, paarte sich jedoch mit einer Hauskatze. In deren Wurf wurde ein gelocktes Kitten geboren, das Beryl Cox Kirlee nannte.

In Cornwall war bereits etwa zehn Jahre zuvor die Cornish Rex aufgetaucht. Kreuzungen beider Linien ergaben Kitten mit glattem Fell – ein Hinweis darauf, dass verschiedene Gene für die Locken verantwortlich sind.

Die Devon Rex wurde in den 1960er-Jahren als eigenständige Rasse anerkannt. Die GCCF erkannte sie 1967 an, die FIFé wenig später; die CFA folgte 1979.


Schon gewusst?

Die Devon Rex trägt gelegentlich den Spitznamen Pudelkatze. Sie darf nicht mit der in Deutschland tierschutzrechtlich problematischen Kreuzung aus Devon Rex und Scottish Fold verwechselt werden, die ebenfalls so bezeichnet wurde.


Aussehen

Zwei Merkmale bestimmen das Aussehen: das kurze gewellte Fell und der kleine Kopf mit sehr großen Ohren und runden Augen. Dadurch wirkt der Gesichtsausdruck oft aufmerksam und beinahe außerirdisch.

Lange, schlanke Beine enden in ovalen Pfoten. Der Schwanz ist ebenfalls lang, dünn und läuft spitz zu.

Das Fell fühlt sich meist etwas rauer an als bei der Cornish Rex, bleibt aber weich und leicht. Seine genaue Struktur kann zwischen einzelnen Tieren variieren.

Am Kopf, Hals, Bauch oder an der Brust kann das Fell dünner sein. Großflächig kahle oder entzündete Stellen sind jedoch kein normales Rassemerkmal und sollten untersucht werden.


Tierschutz-Hinweis

Stark gekräuselte oder verkürzte Tasthaare können ihre Sinnesfunktion beeinträchtigen. Solche Merkmale sind tierschutzrelevant und können nach deutschem Recht als Qualzuchtmerkmal bewertet werden.


Charakter

Der Charakter der Devon Rex gilt als lebhaft, neugierig und ausgesprochen menschenbezogen. Als reine Wohnungskatze kann sie gut leben, sofern sie viel Beschäftigung erhält und vor Kälte geschützt ist.

Viele Tiere sind kontaktfreudig und finden sich in Familien mit Kindern oder passenden Haustieren zurecht. Eine langsame Zusammenführung bleibt trotzdem wichtig.

Die Devon Rex möchte häufig mitten im Geschehen sein und fordert Aufmerksamkeit deutlich ein. Ein geeigneter Katzenpartner kann Gesellschaft bieten, ersetzt aber nicht den Kontakt zu ihren Menschen.

Viele Halter erleben die Rasse als anpassungsfähig und wenig schreckhaft. Wie stressfest ein einzelnes Tier ist, hängt jedoch auch von Sozialisation, Erfahrungen und Umgebung ab.

Lebenserwartung

Mit ungefähr zwölf Monaten ist die Devon Rex meist ausgewachsen. Die endgültige Fellstruktur kann sich etwas später entwickeln. Häufig wird eine durchschnittliche Lebenserwartung um 15 Jahre genannt.

Wie alt eine Katze wird, beeinflussen mehrere Faktoren:

  • Genpool und mögliche erbliche Vorbelastungen
  • Qualität und Menge der Fütterung
  • regelmäßige tierärztliche Vorsorge
  • ausreichend Nähe, Bewegung und Beschäftigung

Einzelne Devon-Rex-Katzen erreichen laut Erfahrungsberichten ein Alter von 20 Jahren. Das ist möglich, aber nicht als typische Lebenserwartung zu verstehen.

Ernährung

Wegen ihres dünnen Fells kann die Devon Rex mehr Energie für den Wärmehaushalt benötigen. Die Futtermenge sollte dennoch individuell nach Gewicht, Aktivität und Körperzustand angepasst werden.

Bei der Futterauswahl helfen folgende Punkte:

  • gut deklarierte tierische Proteinquellen
  • eine vollständige Versorgung mit Vitaminen, Mineralstoffen und Taurin
  • kein unnötig zugesetzter Zucker
  • eine ausgewogene Rezeptur, unabhängig vom Getreideanteil
  • eine nachvollziehbare Zusammensetzung
  • keine unnötigen Farb-, Aroma- oder Konservierungsstoffe

Trockenfutter enthält wenig Feuchtigkeit. Mehrere Wasserschalen oder ein Trinkbrunnen für Katzen können zum Trinken anregen; wie viel Flüssigkeit nötig ist, hängt auch von der übrigen Fütterung ab.

Auch Barfen ist möglich, muss aber vollständig berechnet werden. Rohes Fleisch allein reicht nicht; Mineralstoffe, Vitamine und Taurin müssen bedarfsgerecht ergänzt werden. Fachliche Beratung hilft bei der Zusammenstellung.

Haltung und Platzbedarf

Das feine Fell schützt nur begrenzt vor Nässe, Kälte und Sonne. Deshalb ist die Devon Rex vor allem für ein warmes Zuhause und gesicherte Außenbereiche bei geeignetem Wetter geschaffen.

Spielen, Klettern und Erkunden gehören zu ihren liebsten Beschäftigungen. Fehlen Aufgaben oder Gesellschaft, kann die intelligente Katze schnell eigene Projekte entwickeln.

Zusammenleben mit Menschen und Tieren

Die Devon Rex gilt als anhängliche Familienkatze. Sie sucht engen Kontakt, zeigt Lebensfreude und möchte in den Alltag einbezogen werden.

Mit ihrem lebhaften Verhalten sorgt sie häufig für Unterhaltung. Gleichzeitig braucht sie ruhige Rückzugsorte, an denen sie ungestört schlafen kann.

Manche Devon-Rex-Katzen erinnern durch ihre Anhänglichkeit und Lernfreude an einen Hund. Sie folgen ihren Menschen durchs Haus und lassen sich gern auf gemeinsame Spiele ein.

Ob Spaziergänge am Geschirr Freude machen, hängt vom einzelnen Tier ab. Training muss langsam und positiv erfolgen; nach draußen geht es nur bei milder Temperatur und in sicherer Umgebung.

Mit respektvollen Kindern und passenden Artgenossen kann die Devon Rex enge Bindungen aufbauen.

Zeit und Beschäftigung

Regelmäßige lange Alleinzeiten passen nicht gut zu ihrem sozialen Charakter. Plane täglich Zeit für Spiel, Nähe und ruhige Zuwendung ein.

Bei längeren Abwesenheiten kann ein geeigneter Katzenpartner helfen. Sehr ruhige oder deutlich anders aktive Tiere müssen jedoch nicht automatisch harmonieren; auch eine Perserkatze ist nicht grundsätzlich ungeeignet.

Erziehung und Training

Die Devon Rex lernt schnell und versteht Regeln, wenn sie klar und freundlich vermittelt werden. Strenge führt eher zu Unsicherheit als zu verlässlichem Verhalten.

Intelligenzspielzeug für Katzen eignet sich für kleine Aufgaben und Tricks. Belohnungen sollten unmittelbar erfolgen und in die tägliche Futtermenge einfließen.

Pflege

Das feine Fell benötigt wenig, aber besonders sanfte Pflege. Einen ausgeprägten Fellwechsel zeigen viele Tiere kaum; gelegentliches vorsichtiges Bürsten genügt meist.


Pflegetipp

Verwende eine sehr weiche Bürste und wenig Druck, damit die empfindlichen Haare nicht abbrechen oder ausgerissen werden.


Kontrolliere die großen Ohren regelmäßig. Sichtbare Beläge lassen sich vorsichtig außen entfernen; tiefes Reinigen oder Wattestäbchen im Gehörgang gehören nicht zur Routinepflege.

Die dünne Behaarung schützt nur eingeschränkt vor UV-Strahlung. Direkte intensive Sonne kann Sonnenbrand verursachen, weshalb Schatten und begrenzte Aufenthaltszeiten wichtig sind.

Gesundheit und rassetypische Risiken

Die Devon Rex kann insgesamt gesund sein, besitzt aber mögliche erbliche Risiken. Auch das Körpergewicht sollte regelmäßig kontrolliert werden, weil Übergewicht unter anderem Gelenke und Stoffwechsel belastet.

Bewegung und Jagd-, Kletter- und Intelligenzspiele helfen, Muskulatur und normales Gewicht zu erhalten. Zusätzlich werden Zahn- und Zahnfleischprobleme bei der Rasse beschrieben; regelmäßige Maulkontrollen sind sinnvoll.

Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) kann vorkommen. Dabei verdickt sich der Herzmuskel; je nach Familienlinie können kardiologische Untersuchungen der Zuchttiere wichtig sein.

Außerdem ist eine erbliche Myopathie beschrieben, die sich durch Muskelschwäche, auffällige Kopfhaltung oder veränderten Gang zeigen kann. Solche Symptome gehören tierärztlich abgeklärt.

Neurologische oder muskuläre Auffälligkeiten bei Jungtieren sind selten, aber ernst zu nehmen. Erbrechen, Unruhe oder Bewegungsstörungen erfordern zeitnah eine Untersuchung, statt sie einer Rasseeigenheit zuzuschreiben.

Verantwortungsvolle Zucht

Eine verantwortungsvolle Zucht informiert offen über Stammbaum und Gesundheitsuntersuchungen. Aufzuchtbedingungen und Elterntiere sollten nach Möglichkeit kennenzulernen sein.

Ein Stammbaum allein schließt enge Verwandtschaft nicht aus; entscheidend ist die tatsächliche Verwandtschaft der Linien. Kitten sollten erst im passenden Alter und gut sozialisiert umziehen.

Bei der Übergabe gehören Impf- und Gesundheitsunterlagen sowie Informationen zu Kennzeichnung, Entwurmung und Fütterung dazu.

Kosten

Neben dem möglichen Kaufpreis entstehen Kosten für die sichere Gestaltung der Wohnung und die Grundausstattung. Der Ausgangstext nennt für ein Tier aus Zucht ungefähr 800 bis 1.000 Euro; aktuelle Preise können davon abweichen.

Für Kratzbaum, Katzentoilette und Spielzeug solltest du ein realistisches Budget einplanen. Qualität, Größe und vorhandene Ausstattung bestimmen die tatsächliche Summe.

Auch regelmäßige Vorsorge und unerwartete Tierarztbehandlungen kosten Geld. Rücklagen oder eine passende Versicherung sind deshalb sinnvoller als ein starrer Jahresbetrag.

Passt eine Devon Rex zu dir?

Die Devon Rex passt in Familien und Single-Haushalte, wenn täglich genug Zeit für Nähe und Beschäftigung vorhanden ist. Ein warmes Zuhause und eine abwechslungsreiche Umgebung sind besonders wichtig.

Wenig Haarverlust bedeutet nicht automatisch, dass die Rasse für Allergiker geeignet ist. Katzenallergene stammen vor allem aus Speichel und Hautschuppen; vor dem Einzug empfiehlt sich daher längerer Kontakt mit dem konkreten Tier.

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