Birma Katze

Die Bergklöster des Fernen Ostens sind der Birmakatze vertraut. Angeblich haben die Vierbeiner ihre Pfötchen in Unschuld gewaschen und daher bleiben diese immer weiß und heben sich von der Siam-Zeichnung ab. Birmakatzen sind sehr gelehrig und lassen sich gern Kunststücke beibringen.

In unserem Rasse-Porträt erfahren Sie, wie Sie es schaffen können, diesem sanften Engel gerecht zu werden. Birmakatzen möchten immer etwas erleben, begleiten Sie gern in den Urlaub und lassen sich auch für einen Spaziergang an der Leine begeistern. 

Steckbrief Birma

  • Rasse: Birma Katze / Heilige Birma
  • Herkunft: Frankreich
  • Gewicht: Kater 4,5 bis 6 kg, Katze 3,5 bis 4 kg
  • Größe: mittelgroß, ca. 50 cm
  • Alter: bis 12 Jahre (aus gesunder Zucht)
  • Charakter: menschenbezogen, anhänglich, treu, verspielt, verschmust, sprechfreudig, sanft, kinderlieb, lernwillig
  • Fell und Farbe: mittellang bis lang, im Gesicht kurz, wenig Unterwolle; Chocolate Point, Seal Point und alle anderen Point-Farben, Tortie und Tabby ebenfalls inzwischen erlaubt
  • Pflege: aufwendig
  • Bewegungsdrang: hoch
  • Besonderheiten: weiße Pfoten, tiefblaue Augen, sehr menschenbezogen, Familienkatze; kann krankheitsanfällig sein

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Bei der Birma Katze oder auch der Heiligen Birma handelt es sich um eine Kreuzung aus der Perserkatze und der Siamkatze – hier sollte gewissermaßen die „goldene Mitte“ dieser beiden Katzenrassen erreicht werden. Um die Birma ranken sich viele Mythen. So soll sie beispielsweise die Tempelkatze der Myanmar gewesen sein, was ihr den Beinamen „Heilige“ einbrachte.

Tatsächlich wurde diese Halblanghaarkatze aber in Frankreich zum ersten Mal gezüchtet, als Mr. Vanderbilt – nicht unbedingt für die Katzenzucht bekannt – die ersten Birmakatzen 1919 von einer Orientreise mitbrachte. Da der Kater auf der Überfahrt verunglückte, wurde die Katze in der Folge mit Siamkatzen bzw. einer Siam-Perser-Kreuzung gepaart.

Die Heilige Birma ist seit 1925 offiziell als Katzenrasse anerkannt und zählt zu den beliebtesten Rassekatzen überhaupt. Übrigens kam es durch den Zweiten Weltkrieg zu einem Fast-Stillstand der Birma-Zucht und erst seit 1955 läuft die Zucht wieder konstant. Die Heilige Birma ist dabei nicht mit der Burma zu verwechseln, die eine eigenständige und optisch komplett andere Katzenrasse ist.

Optisch verwechselt werden kann sie dagegen unter anderem mit der etwas größeren Ragdoll sowie der Himalaya-Katze und auch einigen Farbvarianten bei der Britischen Langhaar.


Wissenswert!

Die bekannteste Birma ist wohl Choupette, die Birma von Karl Lagerfeld. Diese Mieze hat nicht nur ihren eigenen Twitter-, sondern auch ihren eigenen Instagram-Account und kann sich auf beiden sozialen Netzwerk über mehrere hunderttausend Follower freuen.


Aussehen

Das hervorstechendste Merkmal der Birma Katze sind die leuchtend blauen Augen, die in der Regel tiefblau sind und an Saphire erinnern, aber ebenso hellblau sein können. Ein weiteres auffälliges Merkmal sind die weißen Pfoten, die zum Rassestandard gehören. Hat eine Birma diese Pfoten nicht, ist sie strenggenommen auch keine „echte“ Birma.

Daneben ist das lange bis mittellange Fell charakteristisch für diese Katzenrasse. Hierbei handelt es sich um die sogenannte „Point-Färbung“. Das heißt, dass ein Großteil des Felles weiß ist, während die kühleren und nicht so gut durchbluteten Körperregionen dunkel sind. Dazu zählen unter anderem Teile des Gesichts, der Vorderbeine und der Hinterbeine sowie der Schwanz, bei Katern auch die Hodensäcke.

Birmas haben einen kleinen, rundlichen Kopf, der von ebenfalls rundlichen Ohren abgeschlossen wird. Der Kopf sitzt auf einem stämmigen Körper, die Beine sind verhältnismäßig kurz. Der Schwanz soll mittellang sein und die Form eines Federbusches haben, zudem muss die Birma eine flauschige Halskrause besitzen.

Bei den blauen Augen handelt es sich um eine genetische Mutation, die in einem sogenannten partiellen Albinismus, auch Akromelanismus genannt, resultiert. Dieser Defekt ist auch für die typische Fellfärbung verantwortlich.

Die Fellzeichnung entwickelt sich übrigens erst im ersten Lebensjahr. Bei der Geburt sind alle Birmakatzen in der Grundfarbe schneeweiß. Also wundern Sie sich nicht, wenn die endgültige Fellfarbe erst nach einer längeren Zeit fertig ausgeprägt ist.


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Charakter

Die Birma zählt zu den besonders anhänglichen und menschenbezogenen Katzenrassen.Sie ist sehr intelligent, treu, verschmust, sanft und teils auch eigensinnig. Birmakatzen suchen die Nähe ihrer Lieblingsmenschen und bauen zu diesen eine sehr enge Bindung auf. Das kann so weit gehen, dass sie diesen auf Schritt und Tritt folgen und ihre Wünsche sehr sprechfreudig und lautstark kommunizieren.

Birmakatzen brauchen viel Zeit, Aufmerksamkeit und Zuwendung. Wer diese Faktoren nicht mit in die Beziehung zu seinem Birmchen einbringen kann, sollte sich deshalb besser für eine andere Katzenrasse entscheiden.

Lebenserwartung

Ausgewachsen ist eine Birmakatze mit ca. 2 Jahren. Stammt sie aus einer verantwortungsvollen und gesunden Zucht, kann sie bis zu 12 Jahre alt werden, in einigen Fällen aber auch deutlich älter. Natürlich können auch Sie durch einige Dinge dazu beitragen, dass Ihre Birma ein langes, gesundes und glückliches Leben an Ihrer Seite führen kann:

  • Ernährung: Diese ist in jedem Alter der Katze wichtig und sollte entsprechend auf die Wachstumsphase bzw. das Alter angepasst werden. Birma Katzen fressen übrigens lieber Nass- als Trockenfutter.

  • Bewegung: Birmas sind äußerst aktive und verspielte Katzen. Ausreichend Bewegung ist für diese Rasse also ein absolutes Muss.

  • Beschäftigung: Birmas gelten als sehr intelligent und verspielt. Die perfekte Beschäftigung für diese Rasse ist demnach ein Intelligenzspielzeug. Aber auch ein Federwedel oder ein Katzen-Flummi kann die Birma schon mal mehrere Minuten beschäftigen.

  • Gewicht: Das lange Fell kann darüber hinwegtäuschen, dass Birmas bei mangelnder Bewegung dazu neigen, ein wenig anzusetzen. Da diese Rasse zu Herz- und Nierenproblemen neigen kann, muss hier in erhöhtem Maße auf das richtige Gewicht geachtet werden!

  • Stressreduktion: Die Heilige Birma zählt zu den sensibelsten Katzenrassen. Emotionaler Stress ist für sie unerträglich und kann sogar gefährlich für die Gesundheit werden. Lassen Sie also den Stress vor der Tür – Ihre Birma wird es Ihnen mit viel Liebe danken!

Ernährung

Eine artgerechte Ernährung ist das A und O eines gesunden Birma-Lebens. Eine hochwertige Nahrung mit einem hohen Fleisch- und dem richtigen Nährstoffanteil ist demnach sehr wichtig. Das gilt sowohl für das Trocken-, als auch für das Nassfutter. Verzichten Sie am besten auch auf Futter mit Getreide, da dies vom Katzenmagen nur schlecht verwertet werden und zu Futterunverträglichkeiten führen kann.

Im Gegensatz zu ausgewachsenen Katzen benötigen Kitten mehr Mahlzeiten pro Tag und auch eine andere Futterzusammenstellung. Der Grund: Die kleinen Katzenkörper sind noch in der Entwicklungsphase und brauchen andere Nährstoffe als ausgewachsene Birmakatzen.

Übrigens zählt diese Rasse zu den Katzen, für die eine Ernährung aus hauptsächlich Nassfutter mehr Sinn ergibt, da dieses von ihnen am besten verwertet werden kann. Wenn Sie sich das zutrauen, können Sie sich natürlich auch an einer Barf-Ernährung versuchen.

Haltung & Platzbedarf

Birmas sind ideale Wohnungskatzen. Da es sich um eine sehr zutrauliche Rasse handelt, ist von einem Freigang abzuraten. Sonst kann es schnell passieren, dass sie unfreiwillig einen neuen Besitzer bekommt. Da Freigang nicht empfehlenswert ist, muss innerhalb der eigenen vier Wände darauf geachtet werden, dass ausreichend Abwechslung, zum Beispiel in Form von Kratzbäumen und Kletterwänden, vorhanden ist.

Ebenfalls sinnvoll sind ein katzensicherer Balkon und katzensichere Fenster. Denn: Bewegung an der frischen Luft tut dem Immunsystem gut und fördert zudem die geistige Aktivität. Eine Birma braucht also durchaus ein wenig mehr Platz, fühlt sich dafür in einer Wohnung aber sehr wohl.

Harmonie

Birmakatzen zählen zu den anhänglichsten und menschenbezogensten Katzenrassen überhaupt. Entsprechend ausgeprägt ist ihr Harmoniebedürfnis. Stress ist für sie gewissermaßen die Höchststrafe und auf diesen reagieren sie in der Tat sehr empfindlich.

Ausgenommen sind kleine und wuselige Kinder, denn mit diesen kommen sie in der Regel sehr gut zurecht. Besonders wichtig ist die Birma, dass sie jeden Tag ausgiebig mit ihrem Lieblingsmenschen kuscheln, schmusen und spielen kann.

Zeitaufwand

Die Birmas benötigen ein hohes Maß an Aufmerksamkeit sowie Streicheleinheiten, was demnach auch einen hohen Zeitaufwand bedeutet. Wer sich für eine solche Miezekatze entscheidet, muss auf jeden Fall viel Zeit mitbringen – und wer tagsüber nun einmal ins Büro muss, sollte sich am besten gleich zwei der liebevollen Katzen ins Haus holen.

Erziehung

Katzen und Erziehung ist eine Sache für sich. Das gilt demnach auch für die Heilige Birma.Allerdings handelt es sich hierbei um eine sehr lernwillige Rasse. Sie können ihr durchaus beibringen, dass sie bestimmte Dinge darf, andere wiederum nicht.

Zur Erziehung zählt zudem eine artgerechte Sozialisierung. Dazu gehört unter anderem die Stubenreinheit und natürlich auch, dass ein Sofa kein Kratzbaum ist und ein Esstisch kein Fressnapf. Ebenso sollte sich die Birma an ihre neuen Mitbewohner gewöhnen können, was in der Regel aber relativ schnell geht.

Pflege

Lang lebe das Langhaar!Auch, wenn Birmas nur wenig Unterfell besitzen, müssen sie regelmäßig gekämmt und gebürstet werden – was sie allgemein wenig schätzen. Nur so können Sie den Haarballen entgegenwirken, die sich aber dennoch in den Katzenmagen verirren werden.

Zudem beugt Fellness Verfilzungen vor, zu denen das Birma-Fell schnell neigen kann. Besonders während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst verlieren die Birmakatzen mehr Fell und haaren dann auch stärker. Trotz ihres Fells haaren sie jedoch nicht so stark wie manch andere Katzenrasse.

Auch die Augen sollten regelmäßig kontrolliert werden, da Birmas zu Bindehautentzündungen neigen können. Zudem sollten Sie auch immer mal wieder das Maul und die Ohren der Katze prüfen.

Gesundheit

Die Heilige Birma gilt als sehr robust mit einem starken Immunsystem. Das steht und fällt aber leider auch bei dieser Rasse mit der Zucht. Denn auch hier kommt es vermehrt zu Inzuchten und einer dubiosen Abstammungslinie, die sich negativ auf den Genpool der Katzen auswirkt.Seriöse Züchter achten auf gesunde Elterntiere, um Erbkrankheiten auszuschließen.

Zu diesen zählen die folgenden:

  • Anämieist wolf
  • Herzkrankheiten
  • Nierenleiden und -versagen
  • Progressive Retina Atrophie/PRA
  • Hypomyelination, eine Nervenkrankheit

Die Heilige Birma ist, wie andere Rassen auch, anfällig für artspezifische Krankheiten, zu denen FIP gehören kann. Diese Krankheit wird durch ein mutiertes Corona-Virus ausgelöst, was viele Katzen in ihrem Organismus tragen. Übertragen werden kann es schon vom Muttertier auf die Kleinen, deshalb kann es sinnvoll sein, vom Züchter einen entsprechenden Test machen zu lassen.


Wichtig!

Achten Sie bitte darauf, dass die kleine Mieze alle notwendigen Impfungen hat, auf Feline Leukämie und FIV und ebenfalls auf das feline Coronavirus getestet wurde, bevor sie bei Ihnen einzieht. Entsprechende Gesundheitszeugnisse sollte Ihnen jeder Züchter mitgeben können. Ebenfalls sollte die Katze entwurmt sein sowie idealerweise auch kastriert.


Kostenpunkt

Eine Birmakatze aus einer verantwortungsvollen Zucht kostet circa 1.000 Euro. Allerdings gibt es auch seriöse Züchter, bei denen Sie Ihren niedlichen Fellball für weniger Geld erhalten können.

Neben der Anschaffung entstehen zudem Kosten durch die Erstausstattung, die auf jeden Fall die folgenden Dinge beinhalten sollte:

  • Futter- und Trinknapf; Futter
  • Kratzbäume und Katzenspielzeug
  • Katzengitter für Balkon und Fenster
  • Katzentoilette und ausreichend Katzenstreu

Ebenfalls mit eingeplant werden sollten die jährlichen Tierarztkosten, ggf. eine Registrierung der Katze über den Mikrochip sowie eine Katzenversicherung, falls Ihr Birmchen zu den anfälligen Vertretern dieser Rasse zählt.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Birmakatzen zählen nicht nur zu den schönsten Katzenrassen, sondern auch zu den zeitintensivsten. Die wichtigste Frage, die Sie sich vor der Anschaffung also stellen sollten, ist diese: Haben Sie ausreichend Zeit für Ihre Birma, die ja sehr anhänglich und menschenbezogen ist? Und sind Sie bereit, für Ihren kleinen Fellball Kompromisse einzugehen und Einschnitte in Ihrem Leben zu machen?

Des Weiteren spielen auch finanzielle Aspekte eine Rolle. Denn eine Birma kann durchaus ins Geld gehen – und das fängt bereits beim hochwertigen Futter an, für das im Monat schon einmal gut und gerne 100 Euro anfallen können. Allen, die sich sicher sind, dass alle Voraussetzungen gegeben werden können, um der Birma ein glückliches und gesundes Leben bieten zu können, wünschen wir jedenfalls viel Freude mit dieser wirklich einzigartigen Katzenrasse!

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