Balinesenkatze

Der langhaarige Siamese macht mit seiner stolzen Körperhaltung auf sich aufmerksam. Die verspielten und neugierigen Tiere besitzen einen geschmeidigen Körper, lange Beine und einen schlanken Hals. Erfahren Sie in unserem Rasse-Porträt mehr über einen Vierbeiner, der täglich gebürstet werden möchte und nur in Gesellschaft mit Zwei- und Vierbeinern wirklich glücklich ist. 

Steckbrief Balinesenkatze

  • Rasse: Balinesenkatze
  • Herkunft: USA
  • Gewicht: Kater und Katze 3 bis 5 kg
  • Größe: Kater 30 bis 35 cm, Katze 25 bis 30 cm
  • Alter: 10 bis 18 Jahre (aus gesunder Zucht)
  • Charakter: eigensinnig, intelligent, neugierig, sportlich, verspielt, sensibel, treu, anhänglich, fordernd
  • Fell und Farbe: mittellang, in allen Point-Farben, z.B. Schwarz, Braun, Grau, Rot, Creme, Zimt, Beige, Weiß
  • Pflege: aufwendig
  • Bewegungsdrang: hoch
  • Besonderheiten: sehr sprechfreudige Katzenrasse, die sehr viel miaut, kann nicht gut allein sein

Inhaltsverzeichnis


Herkunft

Der Name Balinesenkatze lässt zunächst vermuten, dass die Rasse mit dem halblangen Fell ursprünglich aus Bali stammt. Aber weit gefehlt – tatsächlich handelt es sich bei den Balinesen um eine US-amerikanische Zuchtkatze, die zum ersten Mal in den 1950er-Jahren das Licht der Welt erblickte. Verantwortlich für die Züchtung war Marion Dorsey aus Kalifornien, die eine langhaarige Siamkatze züchten wollte.

Bereits um 1800 kamen Siamkatzen aus Thailand in die USA, und einige dieser Siam trugen ein Langhaargen. Diese Katzen wurden allerdings nicht zur Zucht verwendet. Der Name Balinesenkatze wurde bewusst gewählt, um eine Abgrenzung zur Siam zu schaffen. Zudem sollen die grazilen und eleganten Katzen an balinesische Tempeltänzerinnen erinnern.

Aussehen

Die Balinesenkatze ist eine äußerst grazile, elegante und schlanke Katze. Aufgrund gezielter Zuchten hat sich das Erscheinungsbild dieser Rasse in den letzten Jahren teils massiv gewandelt, sodass viele Vertreter dieser Rasse optisch immer mehr an eine Siam erinnern: Ein schlanker Körperbau mit einem dreieckigen Kopf und verhältnismäßig großen Ohren. Der ursprüngliche Typ, der mehr in Richtung Birma geht, wird heute nur noch von wenigen Züchtern „favorisiert“.

Neben dem schlanken und muskulösen Körperbau mit dem buschigen Schwanz stechen vor allem zwei Merkmale auf Anhieb ins Auge: Die blauen Augen und die Fellzeichnung. Hierbei handelt es sich um sogenannte Point-Farben. Das heißt nichts anderes als das Körperregionen, die schlechter durchblutet werden und demnach kühler sind, nachdunkeln. So ist  das Kitten zunächst schneeweiß, bevor sich eine Point-Farbe herausbildet.

Die Point-Farben der Balinesen wurden in den 1960er und 1970er-Jahren zugelassen. Wie unter anderem auch bei der Birmakatze, gibt es hier inzwischen eine bunte Vielfalt an Point-Fellzeichnungen: Seal, Chocolate, Blue und Lilac sind dabei offiziell zugelassen.

Rot, Cream, Tabby und Tortie laufen unter dem Namen „Javanese“, was des Öfteren für Verwirrung sorgen kann – gleiches gilt übrigens auch für die Heilige Birma. Auch Balinesen mit schneeweißer Fellfarbe gibt es, die sogenannte „Foreign White“.


Gut zu wissen!

Sowohl die blauen Augen, die in fast allen Schattierungen auftreten können, als auch die Point-Färbung sind das Resultat einer genetischen Mutation, die zu einer Form des Albinismus geführt hat. Alle Katzen mit blauen Augen sind demnach Halb-Albinos.


Charakter

Die Balinesenkatze ähnelt im Wesen sehr ihrer Verwandten, der Siam. Das heißt, dass es sich hier nicht unbedingt um eine anspruchslose Katze handelt, sondern in der Tat um genau das Gegenteil. Balinesen sind nicht nur sehr kommunikativ – das ist dem Siam-Erbe geschuldet – sondern auch sehr fordernd, eigensinnig und aktiv. Sie sind sehr menschenbezogen und schätzen es überhaupt nicht, wenn sie längere Zeit allein gelassen werden.

Sollten Sie also überlegen, eine Balinesenkatze bei sich einziehen zu lassen, ergibt es Sinn, sich gleich für zwei dieser einzigartigen Katzen zu entscheiden, die vorzugsweise aus demselben Wurf stammen.

Balinesen gehören zu den Katzenrassen, die immer in Aktion sein müssen bzw. die es lieben, wenn um sie herum etwas los ist. Demnach ist diese Katze, die auch gut mit Kindern zurechtkommt, eine ideale Familienkatze.


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Lebenserwartung

Ausgewachsen ist eine Balinesenkatze mit ungefähr einem Jahr. Entstammt sie einer verantwortungsvollen Zucht, kann sie zwischen 10 und 18 Jahre alt werden. Zu einem langen und gesunden Balinesenkatzenleben können Sie übrigens als zukünftige Katzenmama mit den folgenden Dingen zusätzlich beitragen:

  • Ernährung: Aktive Katzen wie die Balinesen benötigen eine ausgewogene Ernährung, die ihnen alle wichtigen Nährstoffe liefert.

  • Bewegung: Die Balinesenkatze ist äußerst aktiv und sportlich. Sie muss sich also täglich ausreichend bewegen können, idealerweise auch auf einem katzensicheren Balkon oder einer katzensicheren Terrasse.

  • Beschäftigung: Wird die Balinesenkatze nicht angemessen beschäftigt, wird sie nicht nur übellaunig, sondern auch unglücklich. Sowohl sportliche als auch geistige Spieleinheiten gehören zu ihrem Alltag dazu.

  • Gewicht: Balinesen sind von Natur aus sehr schlank und aktiv. Dennoch sollte auch diese Rasse nicht überfüttert werden, um ihr Idealgewicht halten und damit ihre Gesundheit erhalten zu können.

  • Stressreduktion: Wie die Birma, ist auch die Balinesin sehr sensibel und reagiert auf Stress weitaus empfindlicher als andere Katzenrassen. Demnach sollte vor allem emotionaler Stress möglichst von der Katze ferngehalten werden.

Ernährung

Für ein gesundes Katzenleben ist eine artgerechte Ernährung mit allen wichtigen Nähr- und Mineralstoffen enorm wichtig. Wer sehr aktiv ist, benötigt demnach ein Futter, das reich an Fleisch und den entsprechenden tierischen Proteinen ist. Auch komplexe Kohlenhydrate sind essenziell, da diese für einen gesunden Stoffwechsel und eine gesunde Verdauung sorgen.

Nicht aufzufinden in jedweder Art von Katzenfutter sollten dagegen Getreide, also Gluten, sein. Achten Sie ebenfalls darauf, dass Alleinfuttermittel für Ihre Balinesenkatze frei von künstlichen Zusätzen ist. Diese sind nicht gesundheitsförderlich und wohl eher beigemischt, um das Katzenfutter für uns Menschen optisch ansehnlicher zu machen.

Für Balinesenkatzen eignet sich sowohl Trocken- als auch Nassfutter. Für viele Rassekatzen gibt es Spezialfutter, das auf die Bedürfnisse der jeweiligen Rasse abgestimmt ist – leider nicht für Balinesen.

Nassfutter gilt als sinnvoller, da dies einen Teil des Flüssigkeitsbedarfs abdeckt, dem natürlichen Fressverhalten der Katze entspricht und das Gewicht auf einem gesunden Level hält. Wenn Sie es sich zutrauen, können Sie sich unter Absprache mit dem Tierarzt zudem an einer Barf-Ernährung versuchen.


Unser Tipp: 

Veranschlagen Sie – je nach Qualität des Futters – pro Monat ca. 100 Euro für diesen Kostenfaktor.


Haltung & Platzbedarf

Die Balinesenkatze ist sehr aktiv und braucht demnach ausreichend Platz, um sich austoben zu können. Dennoch ist sie für eine Wohnungshaltung durchaus geeignet. Hier sollten Sie aber dafür Sorge tragen, dass am besten gleich mehrere Kratzbäume mit hohen Aussichtsplattformen vorhanden sind, an denen sich Ihre Balinesin beschäftigen kann.

Auch Katzentunnel und Spielhäuschen gehören zu den Favoriten einer Balinesenkatze, ganz zu schweigen von einem katzensicheren Balkon oder Garten, von dem aus sie ihr Umfeld beobachten und entdecken sowie ausreichend frische Luft schnuppern kann.

Harmonie

Die Balinesenkatze ist eine sehr sensible und empfindsame Katzenrasse, die zudem sehr menschenbezogen und fordernd ist. Neben Birma und Siam ist sie die Katzenrasse, die am harmoniebedürftigsten ist, vor allem in ihrer Beziehung zu ihrer Hauptbezugsperson. Darüber hinaus sucht sie diese Harmonie auch im Zusammenleben mit Artgenossen und anderen Haustieren, wie Hunden.

Zeitaufwand

Balinesen benötigen aufgrund ihres Bewegungsdranges und ihrer Aktivität ein erhöhtes Maß an Zeit, Beschäftigung und Aufmerksamkeit. Das heißt: Diese Rasse ist definitiv nichts für Menschen, die sich kaum oder gar nicht mit ihrer Katze befassen wollen oder die einfach nicht genug Zeit für ihre Samtpfote haben.

Wer diese Zeit allerdings aufbringt, sollte unter anderem auf Intelligenzspielzeuge zurückgreifen, die die Balinesenkatze sowohl körperlich als auch geistig fordern.

Erziehung

Auch bei Katzen macht eine „Basis-Erziehung“ Sinn, die allerdings nicht so ausführlich ausfällt, wie bei Hunden. Katzen müssen ebenfalls lernen, was sie dürfen und was nicht – zum Beispiel, dass der Esstisch kein Futternapf und das Sofa kein Kratzbaum ist.

Ebenso müssen sie Stubenreinheit lernen, was aber in den meisten Fällen bereits vom Züchter bzw. von einem Elterntier der kleinen Balinesenkitten antrainiert wurde. Zu einer Katzensozialisierung gehört zudem, dass sie sich an ihr soziales Umfeld gewöhnen kann.

Pflege

Es gibt Katzenexperten, die ein- bis zweimal wöchentlich stattfindende Balinesen-Kämm-Sessions für ausreichend erachten, andere wiederum stufen den Pflegebedarf der Balinesen als sehr hoch ein – und das trotz wenig Unterfell bzw. Unterwolle.

Fakt ist, dass es gerade bei Katzen mit langem oder halblangem Fell sinnvoll ist, dieses sehr regelmäßig zu kämmen. So kann nicht nur Verfilzungen vorgebeugt werden, sondern auch einem übermäßigen Verschlucken von Haaren, die wiederum zum Erbrechen von Haarballen führen.

Unsere Empfehlung: Um ein natürliches Ausscheiden der aufgeleckten Haare zu ermöglichen, empfehlen sich gerade während des Fellwechsels Katzengras und Malzpaste.

Gesundheit

Die Balinesenkatze gilt als äußerst robuste und wenig anfällige Rassekatze. Das hängt allerdings auch immer von Zucht und Abstammungslinie ab, denn durch Inzucht und Rückkreuzungen können Erbkrankheiten an die Jungtiere weitergegeben werden.

Da die Balinesenkatze eng mit der Siam verwandt ist, gibt es mehrere Krankheiten, unter denen diese Rasse ebenfalls leiden kann:

  1. Gangliosidosis: führt zu Lipidspeicherungen in den Nervenzellen und zu einer eingeschränkten Bewegungsfreiheit der erkrankten Katze

  2. Hypertonische Kardiomyopathie/HCM: eine erblich bedingte Verdickung des Herzmuskels

  3. Amyloidose: eine gefährliche und seltene Hormon- und Stoffwechselerkrankung

Unabhängig von der allgemeinen, gesundheitlichen Verfassung, sollte auch eine Balinesenkatze regelmäßig gegen Parasiten behandelt werden sowie regelmäßige Auffrischimpfungen gegen Katzenschnupfen, Katzenseuche und Katzenleukämie erhalten. Jährliche Routineuntersuchungen durch den Tierarzt sind ebenfalls Pflicht.

Kostenpunkt

Ein Balinesenkitten aus seriöser Zucht kostet im Schnitt zwischen 900 und 1.100 Euro. Achten Sie bitte darauf, dass die Elterntiere gesund sind und alle gesundheitlichen Tests und Vorsorgemaßnahmen vom Züchter durchgeführt wurden.

Neben den Kosten für eine Balinesenkatze müssen Sie die Kosten für die Erstausstattung sowie die laufenden Kosten mit einplanen.

Zur Erstausstattung und teils auch zu den laufenden Kosten zählen unter anderem:

  • Kratzbäume, Katzentunnel, Versteckhäuschen
  • Futternäpfe, Trinknäpfe sowie Futter
  • Katzentoilette und Katzenstreu
  • Katzenspielzeug

Auch die jährlichen Vorsorgeuntersuchungen fallen unter die „Nebenkosten“, die Ihre Balinesenkatze verursachen wird. Unter Umständen kann es Sinn ergeben, eine Katzenversicherung abzuschließen. Diese wird basierend auf dem Alter und der Rasse der Katze berechnet und ist in der Regel nicht teuer. Dafür können Sie bei häufigen Tierarztbesuchen aber durchaus den ein oder anderen Euro einsparen.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Sie überlegen, eine Balinesenkatze zum Mitbewohner zu machen? Dann sollten Sie sich die Anschaffung im Vorfeld genau überlegen. Wichtig ist zunächst, dass Sie einen Züchter finden, der verantwortungsbewusst ist und für den die Gesundheit der Katzen an oberster Stelle steht.

Zudem müssen Sie sich darüber im Klaren sein, dass jedes Haustier bedeutet, dass Sie die Verantwortung für ein Lebewesen übernehmen. Haben Sie Kinder, sollten diese bereits von Beginn an lernen, dass eine Katze kein Stofftier ist, mit dem beliebig gespielt werden kann.

Da Balinesen zudem sehr fordernd und „zeitintensiv“ sind, sollten Sie sich sicher sein, dass Sie ausreichend Zeit und Muße für diesen Fellball haben. Vergessen Sie außerdem nicht, dass eine Katze Geld kostet – und das in der Regel nicht wenig, wenn Ihnen das Wohl Ihrer Mieze wichtig ist. Sind Sie sich sicher, dass Sie bereit für die Balinesenkatze und die Verantwortung für diese Rasse sind, wünschen wir Ihnen viel Freude mit Ihrem neuen Mitbewohner!

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