Zwergspitz

Inhaltsverzeichnis

 

Herkunft

Abhängig davon, wie weit man den Stammbaum des heutigen Zwergspitzes zurückverfolgt, sehen einige Hundekenner seine Vorfahren bereits in Schlittenhunden aus dem alten Griechenland, andere kürzen die Jahresangabe um eine Null und verorten die Anfänge der beliebten Hunderasse vor gut 200 Jahren in der damaligen preußischen Provinz Pommern – eine Theorie, für die auch der Zweitname Pomeranier spricht, unter dem der Zwergspitz ebenfalls bekannt ist.

Fest steht, dass es sich zunächst jeweils um größere Wachhunde gehandelt hat, die erst im Laufe der Zeit bewusst immer kleiner und niedlicher gezüchtet wurden – Folge eines Modetrends aus Großbritannien. Denn niemand Geringeres als die deutsche Prinzessin Sophie Charlotte zu Mecklenburg-Strelitz brachte mit ihrer Heirat ins englische Königshaus zwei weiße Pomeranians mit ins Land und damit dem englischen Adel seinen neuesten Modehund. Entsprechend stoßen Sie bei Informationen rund um den Zwergspitz auch auf aus dem Englischen übersetzte Namen wie Spielzeug-Spitz, Bausch oder Büschel.

Seit den 1970er-Jahren erfreuen sich Deutsche Spitze auch hierzulande hoher Beliebtheit. Von der Fédération Cynologique Internationale als größtem internationalen kynologischen Dachverband werden sie in Sektion 4 der Gruppe fünf von insgesamt zehn unter „Spitze und Hunde vom Urtyp“ geführt. Neben ihnen finden sich unter anderem Nordische Wach- und Hütehunde sowie Asiatische Spitze, neben dem Zwergspitz gehören noch der Wolfsspitz, Großspitz, Mittelspitz und Kleinspitz der Hunderasse an. 

Wie sehr der niedliche Zwerghund auch Künstler aller Couleur in ihren Werken beeinflusst hat, zeigen Beispiele von Wilhelm Busch, in dessen Bildergeschichte „Max und Moritz“ es beim Diebstahl gebratener Hühner heißt:

„Zwar der Spitz sah es genau - Und er bellt: Rawau, rawau!“

Oder dem Komponisten Frédéric Chopin, der seinen Minutenwalzer ursprünglich mit „Kleiner-Hund-Walzer“ betitelt haben soll. Andere Zwergspitze sollen den Untergang der Titanic mit- und überlebt haben, aktuell sind Selfies mit Instagram-Star Burly Bear aus London ein Muss für jeden Promi – über rund 8.000 Abonnenten können sich der angesagte Social-Media-Zwergspitz und sein Besitzer freuen.

Aussehen

Sie mögen klein sein, sind aber garantiert nicht unauffällig. Die markante Kopfform des Zwergspitzes erinnert an einen Fuchs und fällt sofort ins Auge. So schmal die Schnauze und spitz die Ohren, so üppig das Fell: Charakteristische Rassemerkmale finden sich im doppelten Haarkleid, der flauschigen Unterwolle, der dichten, mähnenartigen Halskrause und dem langen, abstehenden Deckhaar in unterschiedlichsten Farben. Während ein orangefarbener Ton am häufigsten verbreitet ist, finden Sie die kleinen Hunde auch in Schwarz, Braun, Grau oder Weiß.

Bei einigen Zwergspitzen verändert sich im Laufe ihres Lebens die Fellfarbe – allerdings nicht automatisch in Grau wie bei uns Menschen. Vielmehr sind sämtliche Farbwechsel möglich, welche Hunde davon betroffen sind und in welcher Weise sie ihr Fell verändern, kann im Voraus selbst von Züchtern nicht prognostiziert werden.

Schließlich entscheiden sich nicht zuletzt aufgrund der großen Kulleraugen viele Hundefreunde für die Mini-Rasse, deren Widerristhöhe mit 18-22 Zentimetern nur knapp über der maximalen Schulterhöhe großer Hasen liegt.

Hinweis: Sobald ein Spitz eine Widerristhöhe von mindestens 23 Zentimetern erreicht, zählt er zu den Kleinspitzen.

Charakter

„Die meisten Hunde haben Besitzer, ein Zwergspitz hat Personal.“

Mag auch der Verfasser dieses Zitats nicht offiziell bekannt sein, so stimmen sicher viele Zwergspitz-Besitzer seiner Aussage zu. Denn so niedlich die winzigen Hunde aussehen, so treu und unschuldig ihre Augen blicken können, so sehr erwartet ein Zwergspitz Aufmerksamkeit – und ist davon überzeugt, Herr im Haus zu sein.

Diese Selbstüberschätzung gründet sich in den Genen des ursprünglichen Wachhundes, der zwar durch Züchtungen an Körpergröße verloren hat, nicht jedoch den Instinkt eines Hütetiers. Trotz der züchterischen Selektion ist dem Zwergspitz seine Neigung viel und gerne zu bellen geblieben. Der kleine Hund ist daher äußerst kommunikativ. Gerne versucht er daher auch, größere Artgenossen oder menschliche „Eindringlinge“ durch sein Bellen zu vertreiben.

Wussten Sie, dass der Zwergspitz wegen seines häufigen Kläffens auch deshalb als „Mistbeller“ verschrien ist, weil er sich als Wachhund auf Bauernhöfen oft Misthaufen als Aussichtspunkte gesucht hat?

Daneben bringt ein Zwergsitz viele weitere Eigenschaften mit, die ihn unter anderem als tollen Familienhund auszeichnen: Die extrovertierten, energiegeladenen Wollknäuel sind äußerst verspielt, umgänglich und vor allem extrem loyal und auf ihre Besitzer fixiert. Das macht sie zwar zunächst oft misstrauisch gegenüber fremden Menschen und Tieren, garantiert aber allen, die einmal das Vertrauen des Zwerghundes erworben haben, lebenslange Treue und Anhänglichkeit.

Lebenserwartung

Ob Rüden oder Hündinnen: Sobald ein Pomeraner (auch Pommeraner genannt) in einem Alter von neun bis zwölf Monaten seine Geschlechtsreife erreicht, gilt er als ausgewachsen. Danach können Sie als Besitzer der kleinen Hundeart bis zu weitere 11 bis 15 Jahre Freude an Ihrem Vierbeiner haben.

Abhängig ist die Lebenserwartung neben einer gesunden Ernährung, regelmäßigen Pflege und guten Erziehung auch vom Grad der Züchtung: Je kleiner der Hund, je mehr er dem Kindchenschema entspricht, desto anfälliger ist er für mögliche Erbkrankheiten.

Dennoch liegt die Lebenserwartung von Zwergspitzen im Durchschnitt über der anderer Schoßhunde. Sie erkennen erste Alterungserscheinungen mit einer abnehmenden Vitalität und vermehrten Stunden, an denen sich das Tier in ein ruhiges Versteck zurückzieht.

Ernährung

Wie alle Zwerghunderassen gibt zwar auch der Zwergspitz überproportional viel Körperwärme ab und hat daher einen erhöhten Energiebedarf. Dennoch können zu viel Leckerlis nebenher schnell zu Übergewicht führen. Auch wenn also der unschuldige Blick aus den großen Kulleraugen zum Füttern am Tisch verführt, tun Sie ihrem Mitbewohner damit auf Dauer keinen Gefallen. Besser sollte der Zwergspitz daher mit hochwertigem Hundefutter und regelmäßigen Mahlzeiten ernährt werden. Ideal ist es, die Futtermenge abzuwiegen, damit der kleine Hund sein Idealgewicht behält.

Neben der Quantität spielt auch die Qualität des Futters eine Rolle. Speziell für kleine Hunderassen entwickeltes Hundefutter enthält alle benötigten Nährstoffe, kleinteiliges Trockenfutter erleichtert das Kauen und kommt der Verdauung zugute.
Zudem neigt ein Pomeranian zur Zahnsteinbildung und kann seine Zahnoberflächen durch hartes Futter automatisch etwas abreiben. Daneben gibt es auch Hundefutter, das spezielle Zahnpflegeformen enthält und so der Bildung von Plaque und Zahnstein vorbeugen kann.

Haltung & Platzbedarf

Zwergspitze benötigen keine Villa mit Garten – die genügsamen Tiere fühlen sich auch in kleinen Wohnungen wohl. Allerdings nur, solange sie auch ausreichend beschäftigt werden. Drei Spaziergänge am Tag reichen den Hunden in der Regel aus. Bieten Sie dem Kleinen zu Hause jedoch zusätzlich Abwechslung in Form von Spiel und Spaß.

Was Sie bei einer Wohnungshaltung allerdings beachten sollten, ist die hohe Bellfreudigkeit des kleinen Wachhundes, der nicht nur laut wird, wittert er Gefahr, sondern auch aus Freude oder Ärger. Bei hellhörigen Wohnungen sollten Nachbarn im Vorfeld informiert werden, um spätere Streitigkeiten zu vermeiden.

Denken Sie zudem daran, dass ein Zwergspitz stark haart. Sie sollten also weder zu Allergien neigen noch die Fellpflege oder Ihren Staubsauer meiden.

Harmonie

Aufgrund seiner Frohnatur ist ein Zwergspitz ein Familienhund. Gerade mit etwas älteren Kindern ergänzt sich der gelehrige Vierbeiner optimal: Der Nachwuchs lehrt den felligen Freund Kunststücke, dieser dankt es mit schnellen Erfolgen und einer absoluten Anhänglichkeit.

Bleiben Sie bei Kleinkindern allerdings immer in Sichtweite! Beim heftigen Spielen kann es schon einmal passieren, dass der Pomeraner auch mal zuschnappt, wenn das Kind den Hund bedrängt oder er vor plötzlichen, grobmotorischen Bewegungen des Kindes erschrickt.

Tieren gegenüber sind Zwergspitze zunächst eher skeptisch eingestellt, insbesondere wenn der Hund nicht auf andere Tierarten sozialisiert wurde. Hier schlägt erneut der Jagdtrieb des Pomeranians durch.
Besonders wichtig ist es daher, dass Ihr kleiner Zwergspitz vor allem in seinen ersten Lebensmonaten viel mit anderen Hunden jeder Größe und jeden Alters spielen kann. Außerdem können Sie den jungen Hund auch an andere Tierarten gewöhnen, wenn er frühzeitig immer wieder kontrollierten Kontakt mit diesen hat.

Wird der Zwergspitz also von klein auf an andere Tiere gewöhnt, versteht er sich mit anderen Hunden ebenso gut wie mit Katzen oder großen Tieren wie Pferden. Nagetiere schrecken jedoch oft vor dem lebhaften Wesen des Schoßhundes zurück, der sich vor diesen gerne aufspielt.

Zeitaufwand

Obgleich Zwergspitze lange Strecken zurücklegen können, sind die Tiere mit zwei bis drei halbstündigen Spaziergängen täglich vollauf zufrieden. Doch sie benötigen Beschäftigung, erfordern viel Aufmerksamkeit und möchten möglichst immer und überall dabei sein. Selbst mit ausreichend Spielzeug bleibt der lebhafte Hund nicht gerne allein und könnte auf die Gedanken kommen, Ihre Möbel in unerwünschter Weise zu inspizieren.

Das Alleinelassen muss daher von Anfang an behutsam geübt werden. Bei guter Erziehung können Sie den Zwergspitz dann sporadisch auch einmal bis zu vier Stunden am Stück allein lassen. Am liebsten setzt der kleine Vierbeiner beim Spielen seinen Kopf mit ein: Mit Geschicklichkeitsparcours wie beim Agility Training erlauben Sie dem Pomeraner, sich voll auszupowern.

Der Vorteil der kleinen Größe und des geringen Gewichts: Sie können Ihren Liebling problemlos transportieren, selbst bei Flugreisen passt ein Zwergspitz ins Handgepäck. Auch in Restaurants oder Hotels ist diese Hunderasse oft ein gern gesehener Gast, während größeren Vierbeinern manchmal auch der Zutritt verwehrt wird.

Erziehung

Eine konsequente Erziehung von klein auf ist vor allem bei den extrovertierten und selbstbewussten Pomeranern von höchster Bedeutung. Je nach Zeit und Erfahrung können Sie das Gehorsamkeitstraining auf eigene Faust durchführen oder sich anfangs für eine Hundeschule entscheiden.

Der Vorteil einer professionellen Erziehung eines Welpen in der Hundeschule liegt auch am Kontakt zu anderen Hunden. Der Welpe lernt dort viele verschiedene andere Hunde kennen, was sehr zu einer guten Sozialisierung beiträgt. Außerdem lernt der junge Hund so von Anfang an, auch bei Ablenkung durch die Anwesenheit anderer Hunde gut zu gehorchen.

In jedem Fall sollten Zwergspitze wie alle jungen Hunde möglichst schnell stubenrein werden und Grundbegriffe wie „Platz“ oder „Sitz“ verinnerlichen. Gewöhnen Sie das Tier auch früh an eine Leine. Solange der Hund noch an der Leine zieht, sollten Sie sich dabei aufgrund der sensiblen Halspartie des Zwergspitzes am besten für ein Brustgeschirr entscheiden.

Pflege

Das wollige Unterfell, das dichte, lange Deckhaar, die bauschige Mähne des Pomeraners bedürfen einer besonders sorgfältigen und regelmäßigen Fellpflege. Vor allem bis zum ersten Fellwechsel sollten Sie Ihren vierbeinigen Mitbewohner möglichst gründlich bürsten. Im Anschluss können Sie das Kämmen auf zweimal pro Woche reduzieren. Nutzen Sie wegen des empfindlichen Unterfells einen grobzinkigen Kamm und eine weiche Bürste.

Obgleich Zwergspitze äußerst hitzeempfindlich sind und nie über eine lange Zeit hohen Temperaturen ausgesetzt werden dürfen, greifen Sie in keinem Fall zu einem Schurapparat. Das Haar eines Pomeranians wächst ausgesprochen langsam, und ist der kleine Körper nicht vollständig durch das Fell geschützt, wächst die Gefahr eines Sonnenbrands.

Beim Baden mit Shampoo trocknet die Hundehaut schnell aus. Häufiger als alle zwei Monate sollten Sie nicht zu Wasser und Hundeshampoo greifen. Nutzen Sie hier ausschließlich rückfettende Pflegeprodukte. Eine regelmäßige Säuberung der Augen und die regelmäßige Kontrolle der Krallen ist alles, was die ansonsten pflegeleichten Tiere darüber hinaus benötigen.

Gesundheit

Aufgrund der jahrelangen Züchtung sind Zwergspitze besonders anfällig für Erbkrankheiten, selbst Gesundheitsgutachten von Züchtern können bestimmte Symptome in höherem Alter der kleinen Hunde nicht vollständig ausschließen. Gelenkserkrankungen sind allerdings häufig auch auf Überfütterung zurückzuführen.

Die folgenden genetisch bedingten Erkrankungen mit ihren möglichen Beschwerden sind beim Pomeranern bekannt:

  • Herausspringen der Knieschreibe: Hüpfen auf drei Beinen, Schmerzen und Lahmheit
  • Zwergenwuchs mit Verkürzung der Beine: Erhöhtes Risiko für Bandscheibenvorfälle
  • Degenerative Erkrankung der Rückenmarksnerven: Lähmungen im Alter
  • Verdickung der Gallenblasenschleimhaut: Erbrechen, Gelbsucht und Schmerzen
  • Übermäßiges Ausscheiden von Harnsäure über den Urin: Blasensteine
  • MDR1-Gendefekt: Potentiell tödliches Risiko bei der Gabe bestimmter Medikamenten
  • Erkrankung der Netzhaut im Auge: Nachtblindeheit, vollständige Erblindung

Wichtig ist daher, einen verantwortungsbewussten und guten Züchter auszuwählen, der von Erbkrankheiten betroffene Tiere nicht zur Zucht einsetzt.

Kostenpunkt

Trotz seiner kleinen Größe müssen Sie auch beim Zwergspitz einige Kosten kalkulieren. Diese teilen sich in einmalige Ausgaben wie die Grundausstattung und laufende wie Futter und Tierarztbesuche sowie Aufwendungen für Ausnahmesituationen wie Urlaubsreisen:

  • Erstausstattung: mind. 200 Euro: Zur Erstausstattung gehören unter anderem Leine mit Halsband und/oder Geschirr. Dazu ein Hundekörbchen mit Kissen, Futternäpfe, Transportbox, Pflegezubehör sowie Spielzeug.

  • Monatliche Kosten: ca. 70 Euro: Zu den monatlichen Kosten zählen Futter, Hundeshampoo, Hundesteuer, Hundehaftpflichtversicherung sowie Tierarztkosten für die Grundimpfung sowie für die Entwurmung.

Darüber hinaus empfiehlt sich die Bildung finanzieller Rücklagen für außergewöhnliche Ausgaben, wie die Bezahlung einer Hundeschule oder -pension sowie für mögliche Tierarztkosten.

Welche Überlegungen sind vonnöten, möchten Sie sich diese Rasse zulegen?

Spielen Sie mit dem Gedanken, sich einen Zwergspitz als besten Freund des Menschen zuzulegen, entscheiden Sie sich wahrlich für einen spielfreudigen Kameraden, der sein Leben lang an Ihrer Seite stehen wird.

Sie müssen weder in einem Haus leben noch auf eine spezielle Hundeernährung achten oder sich als Pflegekraft beweisen. Was Sie jedoch unbedingt mitbringen sollten sind Zeit und Lust, sich auf das neugierige und intelligente Wesen des Pomeraners einzustellen, mit ihm Kunststücke einzuüben oder einfach für ihn da zu sein.

Gewöhnen Sie ihn rechtzeitig an andere menschliche oder tierische Familienmitglieder, wird Ihr felliger Freund diese ebenso schnell in sein Herz schließen wie es auch umgekehrt der Fall sein wird. Auslandsreisen können Sie ebenso problemlos gemeinsam gestalten. Kein Wunder, dass Zwergspitze so beliebt sind – fraglich nur, weshalb sie erst durch Königin Charlotte zu ihrer heutigen Popularität gelangten.

Unsere Empfehlung für Sie

Wildsterne Kauknochen - Hirsch pur - 1 x 10 cm (KK-H10x1)
Wildsterne
1,89 €
inkl. MwSt, zzgl. Versand
Sofort lieferbar
Wildsterne Bites - 125 g - Wild (LK050)
Wildsterne
4,00 €
inkl. MwSt, zzgl. Versand
32,00 €/ kg
Sofort lieferbar