Belgischer Schäferhund

Inhaltsverzeichnis

Herkunft

Der Belgische Schäferhund ist aus der Rasse der Schäferhunde entstanden, die in Deutschland, den Niederlanden und Belgien lange Zeit als Hütehund eingesetzt wurden. Um das Jahr 1900 herum kam es zur Formung neuer Rassen, zu der auch der Belgische Schäferhund gehört. Grund dafür war, dass die Hunde besser auf die örtlichen Gegebenheiten zugeschnitten werden sollten.

In Belgien wurden Hunde mit einer hohen Wendigkeit und einem optimalen Sprungvermögen benötigt. Eingesetzt wurden sie vor allem als Treibhunde bei den Rindern, teilweise waren sie auch als Wachhund auf den Höfen zu finden.

Auch wenn es bereits seit 1891 den Club der Belgischen Schäferhunde gab, wurde die Rasse erst später anerkannt. 1901 kam es schließlich zur Benennung. Heute wird er der FCI-Gruppe 1 zugeordnet und gehört damit zu den Hütehunden und den Treibhunden.

Interessant: Nach den Weltkriegen wurde wieder explizit auf die Züchtung der Rasse geachtet. Der Belgische Schäferhund übernahm ab da die Aufgaben als Diensthund bei der Polizei.

Aussehen

Der Belgische Schäferhund wird in unterschiedlichen Varietäten gezüchtet, daher kann das Aussehen deutlich variieren.

Nach den Standards des FCI wird zwischen den folgenden Varietäten unterschieden:

  • Laeken/Laekenois: Die Hunde sind rauhaarig und können unterschiedliche Farben haben, wie Braun, Rotbraun oder Schwarz.
  • Groendael: Die Tiere zeichnen sich durch ein langhaariges und schwarzes Fell aus.
  • Malinois: Die Schäferhunde haben kurzes Fell in unterschiedlichen Farben.
  • Tervueren: Das Fell ist lang und gekennzeichnet durch eine rotbraune Färbung.

Lange Zeit gab es die unterschiedlichen Varietäten bei den Haaren innerhalb der Rasse ohne zusätzliche Kennzeichnungen. 1973 kam es jedoch zu einer genetischen Trennung und zu umfangreichen Aufspaltungen in den Genen der Tiere.

Weniger Unterschiede gibt es dagegen bei der Größe und dem Gewicht. Die Widerristhöhe liegt bei 58 bis 62 cm.

Charakter

Der Belgische Schäferhund wurde als Treib- und Hütehund gezüchtet und eignet sich nur bedingt als Familienhund. Es handelt sich um Arbeitshunde, die sehr intelligent, neugierig und aufgeschlossen sind. Die Tiere sind sehr reaktionsschnell und wendig, ihre Leistungsfähigkeit muss daher gefördert und auch unter Kontrolle gehalten werden.

Der Belgische Schäferhund ist ein optimaler Wachhund oder Schutzhund. Trotz eines ausgeprägten Temperaments hat er ein gefestigtes Wesen. Er zeigt keine Angst und Aggressivität verspürt er nur bei einer falschen Erziehung oder starken Unterforderung.

Als Arbeitshund sucht er immer die Herausforderung. Dadurch hat er hohe Ansprüche an seinen Halter oder seine Halterin. Er möchte körperlich sowie geistig ausgelastet werden.

Lebenserwartung

Die Lebenserwartung des Belgischen Schäferhundes bewegt sich zwischen 12 bis 16 Jahren und ist unter anderem abhängig von der Pflege und der Haltung. Um die Lebenserwartung zu erhöhen und die Gesundheit des Hundes zu unterstützen, sind die folgenden Punkte wichtig:

  • Artgerechtes Futter: Achten Sie auf hochwertiges Alleinfutter für Hunde und beachten Sie die unterschiedlichen Bedürfnisse von Welpen, adulten Hunden und Senioren.
  • Bewegung: Fördern Sie die Gesundheit des Hundes durch regelmäßige Bewegung. Achten Sie darauf, dass er nicht zu häufig Treppen steigt.  
  • Ruhe: Hunde werden durch Stress stark belastet, was für Schäden an Herz und Kreislauf sorgen kann. Halten Sie das Leben des Schäferhundes möglichst stressfrei.   

Wussten Sie schon…?
Nach zehn Monaten hat der Hund fast seine vollständige Größe erreicht. Bis das mentale Wachstum abgeschlossen ist, dauert es jedoch bis zu drei Jahre.

Ernährung

Belgische Schäferhunde sind in Bezug auf die Ernährung nicht anspruchsvoll. Sie haben selten Nahrungsmittelunverträglichkeiten und können dadurch mit hochwertigem Alleinfutter ernährt werden. Dabei nehmen sie Nassfutter und Trockenfutter gerne an. Eine Kombination beider Futtervarianten ist ebenfalls möglich.

Möchten Sie Ihren Hund barfen, ist diese Rasse sehr gut geeignet. Frisches Fleisch und Knochen kommen beim Belgischen Schäferhund gut an und werden auch optimal vertragen. Achten Sie beim Barfen auf eine ausgewogene Ernährung und lassen Sie sich am besten vorab von einem auf Tierernährung spezialisierten Tierarzt beraten.

Eine Fütterung zweimal täglich ist ausreichend. Stellen Sie für den Hund immer ausreichend Wasser zur Verfügung.

 

Haltung & Platzbedarf

Der Belgier kann sich im Innenbereich an die Gegebenheiten anpassen und auch in einer Wohnung leben. Da es sich um einen sehr arbeitswilligen und bewegungsfreudigen Hund handelt, ist eine Haltung im Haus mit Garten jedoch deutlich besser geeignet.

Gerade dann, wenn Sie keine ständige Auslastung gewährleisten können, ist es für den Hund gut, wenn er bei Bedarf in den Garten darf. Aktivität ist jedoch eine der wichtigsten Grundlagen für Sie als Halter. Mehrere Spaziergänge täglich, differenzierte Arbeit mit dem Hund sowie geistige Herausforderungen sollten sich in der Umgebung umsetzen lassen.

Harmonie

Wird ein Belgischer Schäferhund ausgelastet, handelt es sich um einen ausgeglichenen Hund, der auch in die Familie integriert werden kann. Zu beachten ist, dass es sich um einen Schutz- und Hütehund handelt und der Schutzinstinkt nach wie vor ausgeprägt ist. Dieser kann sich auch auf Familienmitglieder richten. Spürt der Belgier Gefahr ist er bereit, sich für sein menschliches Rudel einzusetzen.

Möchten Sie mit ihm auf Reisen gehen, ist eine entspannte Gewöhnung an die Autobox zu empfehlen. Grundsätzlich hat der Malinois keine großen Probleme mit Autofahrten, benötigt aber natürlich regelmäßige Pausen und Wasser.

Der Belgische Schäferhund fordert seine Halter und nimmt daher viel Zeit in Anspruch. Er kann zwar auch einige Stunden allein bleiben, neigt dann aber zum Bellen.

Gibt es bereits andere Haustiere in der Familie, gewöhnt sich ein junger Belgier recht schnell an diese und akzeptiert sie als Teil seines Rudels. Schwieriger wird es, wenn der Hund bereits in der Familie lebt und Katzen oder andere Haustiere angeschafft werden. Hier ist eine behutsame Gewöhnung notwendig, da der Hütetrieb sonst Probleme bereiten kann. Mit anderen Artgenossen geht der Belgier gerne ins Spiel, kann bei einer Reizung aber auch aggressiv werden.

Zeitaufwand

Der Belgische Schäferhund gilt nicht als Anfängerhund, da sein Halter oder seine Halterin Erfahrung mit Erziehung und Auslastung mitbringen sollte. Das tägliche Training ist eine wichtige Grundlage für einen ausgeglichenen Hund. Dazu gehören das körperliche sowie das geistige Training. Ein regelmäßiger Besuch in der Hundeschule bietet sich auch nach dem Welpenalter an.

Streicheleinheiten und Ruhepausen sind für den Belgier wichtig, oft muss er dazu aber auch gedrängt werden. Nehmen Sie sich daher Zeit für den Aufbau und die Stabilisierung der Bindung durch Streicheleinheiten. Der Zeitaufwand kann täglich auf fünf Stunden geschätzt werden.

Erziehung

Eine konsequente Erziehung und Prägung von Beginn an verhindert, dass der Belgische Schäferhund Unsicherheiten entwickelt. Das Training sollte von klaren Regeln und Zeichen geprägt sein. Das Wachstum der mentalen Entwicklung reicht bis zum dritten Lebensjahr des Hundes. Hier ist er besonders aufnahmefähig und lernwillig.

Ab dem Welpenalter sollte mit der Erziehung und mit dem Gehorsamkeitstraining begonnen werden. Eine Unterstützung durch eine Hundeschule ist hilfreich.

Die beste Grundlage für die Erziehung ist eine vertrauensvolle Bindung zwischen Hund und Halter. Die Erziehung sollte nicht durch Gewalt geprägt sein, da dies den Hund schnell demotiviert. Durch seine hohe Reaktionsfähigkeit und seinen Lernwillen arbeitet der Hund sehr gut mit dem Halter zusammen. 

Pflege

Der Belgische Schäferhund benötigt keine besondere Pflege. Es handelt sich um eine robuste Rasse. Je nach Varietät ist es sinnvoll, das Fell regelmäßig zu kämmen und es von Verschmutzungen zu befreien. Kurz- und rauhaarige Hunde haaren deutlich mehr, als es bei den langhaarigen Ausführungen der Fall ist.

Eine regelmäßige Kontrolle der Krallen sowie der Zähne ist zu empfehlen. Der Belgische Schäferhund neigt zur Ausbildung von Zahnstein. Wird dieser rechtzeitig entfernt, verhindert dies mögliche Entzündungen des Zahnfleisches.

Gesundheit

Die Rasse des Belgischen Schäferhundes ist weniger weit verbreitet, als es beim Deutschen Schäferhund der Fall ist. Dies hat den Vorteil, dass die Tiere deutlich gesünder sind und kaum rassespezifische Krankheiten aufweisen.

Dennoch kann es zum Auftreten einer der folgenden Erkrankungen kommen:

  • Hüftgelenksdysplasie
  • Epilepsie
  • übersteigerte Nervosität
  • Spondylose

Das wichtigste für die Vermeidung der oben genannten Erkundungen sind gesunde Eltern. Achten Sie daher insbesondere auf einen verantwortungsvollen Züchter, der nur mit gesunden Hunden züchtet. Probleme mit der Hüfte lassen sich oft schnell erkennen, beispielsweise beim Hundesport oder beim Treppensteigen. Sie können bereits im Welpenalter erste Anzeichen erkennen und beim Arzt prüfen lassen.

Wichtig: Lange Zeit wurde der Belgische Schäferhund vor allem als Arbeitshund gezüchtet. Teilweise kann dies zu einer übersteigerten Nervosität führen, wenn er nicht ausreichend gefordert wird.

Kostenpunkt

Die Vermehrung des Belgischen Schäferhundes hat in den letzten Jahren zugenommen und wird nicht mehr nur von zugelassenen Züchtern durchgeführt. Achten Sie beim Kauf daher auf die Nachweise des Züchters zu seiner Seriosität. Wie hoch die Kosten für einen Welpen sind, ist abhängig von der Varietät und dem Züchter.

Zu den monatlichen Kosten gehören die Gebühren für eine Hundeschule, die Ernährung und die Versicherung des Hundes. Normalerweise ist der Belgische Schäferhund eine robuste Rasse, dennoch kann er zu Erkrankungen neigen. Um hohe Kosten zu verhindern, kann eine Tierkrankenversicherung sinnvoll sein.

Der durchschnittliche Betrag in Bezug auf die monatlichen Kosten kann bei 150 Euro angesetzt werden.

Welche Überlegungen sind vonnöten, wenn ich mir diese Rasse zulege?

Der Belgische Schäferhund ist eine Rasse für erfahrene Hundehalter und kann als Arbeitshund, Wach- oder Schutzhund eingesetzt werden. Für das Training und die tägliche Bewegung braucht er Platz. Ein Garten sowie die Nähe zu Wald und Feld wären ideal. Ein Leben in der Stadt ist ebenfalls möglich, wenn der Hund eine gute Ausbildung erhält und in seinem Charakter gefestigt ist.

 

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